Wenn der Januar in Mitteleuropa grau und trist erscheint, entfaltet Reykjavik eine ganz eigene, fast magische Atmosphäre. Die isländische Hauptstadt verwandelt sich in dieser Zeit in ein winterliches Wunderland, das Paare auf Hochzeitsreise mit einer Mischung aus Abenteuer, Intimität und unvergesslichen Naturerlebnissen verzaubert. Die klare, kalte Luft, die schneebedeckten Berge im Hintergrund und die Chance, Nordlichter zu erleben, machen ein Winterwochenende in Reykjavik zu einem romantischen Erlebnis der besonderen Art – und das alles, ohne das Reisebudget übermäßig zu belasten.
Warum Reykjavik im Januar perfekt für frisch Verheiratete ist
Der Januar mag auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Wahl für eine Hochzeitsreise erscheinen, doch genau das macht ihn so reizvoll. Die Stadt zeigt sich von ihrer authentischsten Seite, ohne die Touristenmassen des Sommers. Die Dunkelheit – mit nur etwa vier bis fünf Stunden Tageslicht – schafft eine intime Atmosphäre, die zum Kuscheln und gemeinsamen Entdecken einlädt. Hinzu kommt die erhöhte Wahrscheinlichkeit, die Aurora Borealis am Himmel tanzen zu sehen, ein Naturschauspiel, das viele als eines der romantischsten Erlebnisse ihres Lebens beschreiben.
Die kompakte Größe Reykjaviks ist ein weiterer Vorteil: Nahezu alle Sehenswürdigkeiten lassen sich zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, was die Reisekosten niedrig hält und gleichzeitig authentische Begegnungen mit der lokalen Kultur ermöglicht.
Die Stadtlandschaft erleben
Reykjavik überrascht mit seiner farbenfrohen Architektur, die selbst an den kürzesten Wintertagen Lebendigkeit ausstrahlt. Die bunten Wellblechhäuser im Zentrum bilden einen faszinierenden Kontrast zur verschneiten Kulisse. Ein Spaziergang entlang der Küstenpromenade bei Sonnenaufgang – der im Januar erst gegen 11 Uhr morgens stattfindet – bietet atemberaubende Ausblicke auf die Faxaflói-Bucht und die umliegenden Berge.
Die berühmte Kirche Hallgrímskirkja thront majestätisch über der Stadt. Der Eintritt zur Aussichtsplattform kostet etwa 10 Euro pro Person und bietet einen 360-Grad-Blick über die verschneite Hauptstadt und das umgebende Meer. Besonders bei klarem Wetter könnt ihr von hier aus die schneebedeckten Gipfel in der Ferne erkennen – ein perfektes Fotomotiv für eure ersten gemeinsamen Reiseerinnerungen.
Das kulturelle Herz der Stadt findet ihr rund um die Haupteinkaufsstraße Laugavegur. Hier reihen sich kleine Geschäfte, gemütliche Cafés und Galerien aneinander. Nehmt euch Zeit, durch die Seitenstraßen zu schlendern und die lokale Street-Art zu bewundern, die Islands kreative Seele widerspiegelt.
Unvergessliche Wintererlebnisse zu zweit
Ein Besuch in einem der öffentlichen Geothermalbäder sollte auf eurer Liste ganz oben stehen. Während die bekanntere Blaue Lagune preislich oft jenseits der 100 Euro pro Person liegt, bieten die städtischen Schwimmbäder wie Sundhöllin oder Laugardalslaug ein ebenso authentisches Erlebnis zu einem Bruchteil der Kosten. Für etwa 8 Euro könnt ihr hier in warmem, mineralreichem Wasser entspannen, während um euch herum der Schnee fällt – ein surreales und zutiefst romantisches Erlebnis.
Die Jagd nach Nordlichtern lässt sich vom Stadtrand aus kostenfrei unternehmen. Der Grótta-Leuchtturm im Westen der Stadt oder die Gebiete rund um den Öskjuhlíð-Hügel bieten dunkle Aussichtspunkte. Ladet euch eine der kostenlosen Aurora-Apps herunter, die die Wahrscheinlichkeit und beste Sichtungszeit prognostizieren. Packt eine Thermoskanne mit heißer Schokolade ein und macht euch auf eine nächtliche Expedition zu zweit – das Warten wird belohnt, wenn sich der Himmel in grüne, violette und rosafarbene Schleier verwandelt.
Das Perlan-Museum bietet zwar eine kostenpflichtige Ausstellung, doch die Aussichtsplattform und die Umgebung sind frei zugänglich. Von hier aus habt ihr einen spektakulären Blick über die gesamte Stadt und das Meer.
Kulinarische Entdeckungen ohne großen Aufwand
Island hat den Ruf, teuer zu sein, doch mit etwas Planung lässt sich auch hier budgetfreundlich genießen. Die zahlreichen Bäckereien im Stadtzentrum bieten herzhafte Suppen in Brotschalen für etwa 10 bis 12 Euro – eine wärmende und sättigende Mahlzeit, die perfekt nach einem Winterspaziergang passt. Klebriges Zimtgebäck und andere süße Köstlichkeiten gibt es bereits ab 3 Euro.

In den Supermärkten findet ihr alles für ein romantisches Picknick im Hotelzimmer oder in einem der beheizten öffentlichen Räume. Isländischer Skyr, luftgetrockneter Fisch und lokales Roggenbrot sind nicht nur erschwinglich, sondern vermitteln auch einen authentischen Geschmack der isländischen Esskultur. Ein Einkauf für zwei Personen für ein oder zwei Mahlzeiten kostet durchschnittlich 20 bis 30 Euro.
Die sogenannten Hot-Dog-Stände sind eine isländische Institution. Für etwa 5 Euro bekommt ihr ein ordentliches Würstchen mit verschiedenen Toppings – eine günstige Alternative für zwischendurch. Probiert unbedingt die Variante mit knuspriger Röstzwiebel und süßem Senf.
Praktische Tipps für eure Fortbewegung
Das öffentliche Bussystem Strætó ist zuverlässig und deckt die gesamte Stadt ab. Eine Einzelfahrt kostet etwa 4,50 Euro, ein Tagespass liegt bei rund 10 Euro. Tickets kauft ihr direkt beim Fahrer oder über die App – beachtet, dass im Bus oft kein Bargeld akzeptiert wird und kein Wechselgeld gegeben wird.
Die meisten Sehenswürdigkeiten in Reykjavik liegen jedoch in Laufreichweite. Investiert in gute, warme Winterstiefel mit rutschfester Sohle – die Gehwege können vereist sein. Schuhspikes, die ihr für etwa 10 bis 15 Euro in jedem Supermarkt oder Outdoorgeschäft bekommt, sind eine sinnvolle Anschaffung und verhindern unangenehme Stürze.
Für Ausflüge in die Umgebung, etwa zum Golden Circle, lohnt sich ein Blick auf die öffentlichen Busverbindungen. Diese sind deutlich günstiger als private Touren und bieten die gleichen Ziele, nur mit mehr Flexibilität und Eigenverantwortung.
Unterkunftsmöglichkeiten für Verliebte
Gästehäuser und kleinere Unterkünfte abseits der großen Hotelketten bieten im Januar oft attraktive Preise. Für ein Doppelzimmer mit eigenem Bad könnt ihr mit 70 bis 100 Euro pro Nacht rechnen. Viele dieser Unterkünfte haben Gemeinschaftsküchen, in denen ihr euer eigenes Frühstück zubereiten könnt – das spart täglich 15 bis 20 Euro pro Person.
Wer noch mehr sparen möchte, findet in Hostels auch private Doppelzimmer ab etwa 50 Euro. Die Atmosphäre ist oft gesellig, und ihr könnt mit anderen Reisenden ins Gespräch kommen und Tipps austauschen. Achtet bei der Buchung darauf, dass die Unterkunft zentral gelegen ist – das spart Fahrtkosten und Zeit.
Einige Unterkünfte bieten im Januar Sonderangebote für Hochzeitsreisende an. Es lohnt sich, bei der Buchung zu erwähnen, dass ihr gerade geheiratet habt – oft gibt es eine kleine Aufmerksamkeit oder ein Upgrade.
Die richtige Ausrüstung für Januar
Die Temperaturen in Reykjavik liegen im Januar meist zwischen minus 3 und plus 2 Grad Celsius, können sich aber durch Wind deutlich kälter anfühlen. Das Zwiebelprinzip ist hier der Schlüssel: Thermounterwäsche, ein warmer Pullover und eine wind- und wasserdichte Jacke halten euch warm. Mütze, Schal und Handschuhe sind unverzichtbar.
Die Sonne steht im Januar sehr tief, der Schnee reflektiert das Licht stark. Eine Sonnenbrille gehört also ebenfalls ins Gepäck. Denkt auch an Lippenpflege und Feuchtigkeitscreme, da die Luft sehr trocken sein kann.
Besondere Momente schaffen
Ein Winterwochenende in Reykjavik lebt von den kleinen, intimen Momenten: Gemeinsam durch verschneite Straßen schlendern, in einem Café bei heißem Kakao die Hände wärmen, zusammen auf der Suche nach Nordlichtern durch die Dunkelheit wandern. Die Stadt bietet den perfekten Rahmen für eine Hochzeitsreise, die nicht auf Luxus, sondern auf gemeinsame Erlebnisse und authentische Begegnungen setzt.
Die karge, raue Schönheit Islands im tiefsten Winter hat etwas Ursprüngliches, das Paare oft näher zusammenbringt. Hier zählt nicht die perfekte Inszenierung, sondern das echte Erleben – und genau das macht diese Reise zu einem unvergesslichen Start ins gemeinsame Leben.
Inhaltsverzeichnis
