Warum deine Smartwatch plötzlich so schnell entlädt: Die 5 App-Berechtigungen die du sofort ändern musst

Warum App-Berechtigungen die Akkulaufzeit beeinflussen

Wear OS Smartwatches sind zu echten Multitalenten am Handgelenk geworden. Doch viele Nutzer kennen das Problem: Nach einigen Monaten intensiver Nutzung hält der Akku plötzlich nur noch einen halben Tag durch, obwohl die Uhr beim Kauf problemlos über den Tag kam. Häufig liegt das Problem nicht an einem defekten Akku, sondern daran, dass Apps verbrauchen im Hintergrund Ressourcen. Die Lösung liegt in einer konsequenten Optimierung der App-Berechtigungen.

Jede App, die auf der Smartwatch läuft, fordert beim ersten Start verschiedene Berechtigungen an. Das klingt zunächst harmlos, hat aber weitreichende Konsequenzen. Eine Wetter-App, die dauerhaft auf den Standort zugreift, aktiviert ständig das GPS-Modul. Ein Sprachassistent mit permanenter Mikrofon-Berechtigung lauscht kontinuierlich auf Aktivierungsworte. Fitness-Apps von Drittanbietern greifen oft auf sämtliche Sensoren zu, selbst wenn die App gerade gar nicht aktiv genutzt wird.

Das Resultat: Die Smartwatch arbeitet permanent auf Hochtouren, auch wenn das Display ausgeschaltet ist. Der Akku leert sich merklich schneller, und im schlimmsten Fall wird die Uhr unangenehm warm am Handgelenk. Dabei lässt sich dieses Problem mit wenigen Handgriffen deutlich entschärfen.

Die größten Stromfresser identifizieren

Bevor wahllos optimiert wird, sollte zunächst herausgefunden werden, welche Apps tatsächlich die Übeltäter sind. Wear OS bietet zwar keine so detaillierte Akkustatistik wie Android-Smartphones, aber einen Überblick gibt es trotzdem. Mit der Wear OS App oder der Companion App der Smartwatch lässt sich auf umfassendere Informationen zum Akku zugreifen. Unter Einstellungen > Akku oder über die erweiterten Einstellungen wird angezeigt, welche Apps besonders viel Energie verbrauchen.

Typische Verdächtige sind Fitness-Apps von Drittanbietern wie Strava, Komoot oder Runkeeper, Musik-Streaming-Dienste mit Offline-Synchronisation, Social-Media-Apps mit Push-Benachrichtigungen, Navigations-Apps mit kontinuierlicher Standorterfassung sowie Wetter-Apps mit stündlichen Updates. Wer diese Apps regelmäßig nutzt, wird schnell merken, wie stark sie am Akku zerren.

So gelangst du zu den App-Berechtigungen

Der Weg zu den Berechtigungseinstellungen ist bei Wear OS etwas versteckt, aber mit dieser Anleitung schnell zu finden. Die Einstellungen auf der Smartwatch lassen sich öffnen, indem vom oberen Displayrand nach unten gewischt und auf das Zahnrad-Symbol getippt wird. Anschließend zu Apps scrollen und dort Berechtigungen auswählen.

Jetzt erscheint eine Liste verschiedener Berechtigungskategorien wie Standort, Mikrofon, Körpersensoren, Kamera oder Speicher. Durch Tippen auf eine Kategorie wird angezeigt, welche Apps darauf zugreifen dürfen. Hier kann nun für jede App einzeln entschieden werden, ob die Berechtigung wirklich notwendig ist.

Alternative Route über einzelne Apps

Es gibt auch den umgekehrten Weg: Unter Einstellungen > Apps werden alle installierten Anwendungen angezeigt. Nach Auswahl einer App und Tippen auf Berechtigungen wird sichtbar, worauf diese App zugreifen darf. Diese Methode eignet sich besonders, wenn gezielt eine bestimmte App unter die Lupe genommen werden soll.

Welche Berechtigungen bedenkenlos entzogen werden können

Die Kunst liegt darin, unnötige Berechtigungen zu deaktivieren, ohne die Funktionalität der Apps zu beeinträchtigen. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass viele Apps deutlich mehr Rechte fordern, als sie eigentlich benötigen.

Standortdienste

Der GPS-Chip gehört zu den größten Energiefressern überhaupt. Viele Apps fordern Standortberechtigungen an, obwohl sie diese nicht permanent benötigen. Eine Wetter-App muss beispielsweise nicht jederzeit den Standort kennen – die Option „Nur während der Nutzung“ reicht vollkommen aus. Diese Einschränkung des permanenten Standortzugriffs kann die Akkulaufzeit spürbar verlängern, manchmal um mehrere Stunden pro Tag. Apps wie Google Maps oder Komoot funktionieren auch mit dieser Einstellung einwandfrei, verbrauchen aber deutlich weniger Energie im Hintergrund.

Bei Fitness-Apps sollte ebenfalls geprüft werden, ob die kontinuierliche Standorterfassung wirklich nötig ist, besonders wenn hauptsächlich auf dem Laufband trainiert wird oder die Strecke ohnehin bekannt ist.

Mikrofon-Zugriff

Sprachassistenten und Diktierfunktionen benötigen Mikrofon-Zugriff – aber nicht rund um die Uhr. Apps, die permanent auf das Mikrofon zugreifen, verbrauchen nicht nur Strom, sondern werfen auch Datenschutzfragen auf. Diese Berechtigung sollte bei allen Apps deaktiviert werden, die nicht regelmäßig für Sprachbefehle genutzt werden. Die Smartwatch wird es mit längerer Laufzeit danken.

Körpersensoren und Aktivitätserkennung

Hier wird es interessant: Viele Drittanbieter-Apps greifen auf Herzfrequenzsensor, Beschleunigungsmesser und Gyroskop zu, selbst wenn gerade nicht trainiert wird. Eine Meditations-App braucht beispielsweise keinen permanenten Zugriff auf den Herzschlag. Diese Berechtigung sollte auf Apps beschränkt werden, die aktiv für Gesundheits- und Fitness-Tracking verwendet werden. Alles andere zieht unnötig am Akku.

Speicher und Dateien

Weniger kritisch für den Akku, aber dennoch erwähnenswert: Nicht jede App braucht Vollzugriff auf den Speicher. Es lohnt sich zu überprüfen, welche Apps hier Zugriff haben, und die Berechtigung bei Apps zu entziehen, die offensichtlich keine Dateien verwalten müssen.

Der smarte Umgang mit Fitness-Apps

Fitness-Apps sind ein Sonderfall, da sie oft der Hauptgrund für den Kauf einer Smartwatch sind. Trotzdem lässt sich hier optimieren. Wenn Apps wie Strava oder Runtastic genutzt werden, sollten die Berechtigungen sinnvoll konfiguriert werden. Viele dieser Apps bieten in ihren eigenen Einstellungen zudem Optionen zur Reduzierung der Hintergrundaktivität. Statt Musik beispielsweise über Spotify zu streamen und damit kontinuierlich 4G, WLAN oder Bluetooth zu nutzen, können die Daten für die Offline-Verwendung heruntergeladen werden. Diese Funktionen sollten unbedingt genutzt werden – die Akkulaufzeit wird es danken.

Auch bei der Aufzeichnungsgenauigkeit lässt sich nachjustieren. Muss die GPS-Position wirklich sekündlich aktualisiert werden, oder reicht ein Intervall von fünf Sekunden? Solche Anpassungen fallen beim Training kaum auf, sparen aber ordentlich Energie.

Regelmäßige Checks sind Pflicht

Berechtigungen zu optimieren ist keine einmalige Angelegenheit. Jedes App-Update kann neue Berechtigungen hinzufügen oder bestehende erweitern. Deshalb sollten alle vier bis sechs Wochen zehn Minuten Zeit genommen werden, um die Berechtigungen zu überprüfen. Ein guter Zeitpunkt ist direkt nach einem größeren System-Update oder wenn bemerkt wird, dass der Akku plötzlich schneller leer ist als gewohnt.

Am besten wird eine Erinnerung im Kalender erstellt oder eine To-Do-App genutzt. Diese regelmäßige Wartung sorgt dafür, dass die Wear OS Smartwatch langfristig flüssig läuft und der Akku seine maximale Leistung behält. Wer diese Routine einmal etabliert hat, wird die Verbesserung schnell spüren.

Zusätzliche Tipps für mehr Akkulaufzeit

Die Optimierung der Berechtigungen ist nur ein Baustein für bessere Akkulaufzeit. Diese Maßnahme sollte mit anderen Strategien kombiniert werden: Das Always-On-Display kann deaktiviert werden wenn es nicht gebraucht wird, die Synchronisationshäufigkeit von E-Mails und Benachrichtigungen reduziert werden, und es lohnt sich zu überlegen, ob wirklich alle installierten Apps regelmäßig genutzt werden. Jede ungenutzte App kann getrost deinstalliert werden – das spart nicht nur Strom, sondern auch wertvollen Speicherplatz.

Die Kombination aus durchdachten Berechtigungen und diesen zusätzlichen Optimierungen kann die Akkulaufzeit einer Wear OS Smartwatch um 30 bis 50 Prozent verlängern. Das bedeutet im Alltag oft den Unterschied zwischen einem Akku, der abends schlapp macht, und einer Uhr, die problemlos bis zur Schlafenszeit durchhält – oder sogar noch genug Energie für ein Schlaf-Tracking über Nacht hat. Manche Nutzer berichten sogar davon, dass sie statt einem halben Tag nun anderthalb Tage Laufzeit erreichen. Mit den richtigen Einstellungen wird aus einer Smartwatch mit Akku-Schwäche wieder ein zuverlässiger Begleiter.

Wie lange hält dein Smartwatch-Akku aktuell durch?
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